17.6.04
Terminologie der Gedichtinterpretation
Lyrisches Ich
Das "Ich" im Gedicht, das sich als der "Dichter" ausgibt. Das lyrische Ich und der Verfasser sind zu trennen. Hesse schrieb sein Gedicht "Wannderer im Schnee" zwischen 1919 und 1928, er selber wurde 1877 geboren und starb 1962.
Rhythmus
Im Vers - Spannung zwischen Metrum und natürlicher, inhaltlicher Akzentuierung.
Freie Rhythmen
Reimlose Versfolgen, ohne metrisches Schema.
Jambus
2-silbiger Versfuß, steigend, xX
Trochäus
2-füßiger Versfuß, fallend, Xx
Anapäst
3-silbiger Versfuß, steigend, xxX
Daktylus
3-silbiger Versfuß, fallend, Xxx
Alexandriner
6-hebiger -> Jambus mit ? Zäsur in der Mitte -> Sonett, x X x X x X / x X x X x X
Auftakt
Eine oder mehrere unbetonte Silben vor der ersten Hebung, x | X x | X x oder x | x X | x X
Kadenz
Metrische Form des Versausgangs
betont = männlich, unbetont = weiblich -> männlicher Reim, -> weiblicher Reim
Unreiner Reim
Nur ungefähr Gleichklang, häufig dialektbedingt -> ach neige, du Schmerzensreiche
Assonanz
vokalischer Halbreim -> Unterpfand - wunderbar
Identischer Reim
Reim mit demselben Wort -> Liebe ... Liebe
Schüttelreim
Reimspiel mit den Wortbedeutungen, Vertauschung der Anfangskonsonanten -> Fink und Star - stink und fahr
Paarreim
aabb ...
Kreuzreim
abab
Umarmender Reim = umsließender Reim
abba
Verschränkter Reim
abc abc oder abc bac
Binnenreim
Meistens Reim von Versmitte zu Versende -> bei stiller Nacht, zur ersten Wacht
Männlicher Reim
Einsilbig mit Hebung -> Not ... Brot => Kadenz
Weiblicher Reim
Zweisilbig mit Hebung auf der vorletzten Silbe -> sagen - klagen => Kadenz
Waise
Vers, der sich nicht in das Reimschema einbinden lässt, das heißt im Gegensatz zu den anderen Versen keinen Reim hat.
Ballade
Handlungsreiches, vielfach dämonisch-spukhaftes und meist tragisches Geschehen aus Geschichte, Sage oder Mythos. Mensch im Spiel übersinnlicher Mächte -> Erlkönig, Geister am Mummelsee.
Dinggedicht
Unpersönliche, episch-'objektive' Beschreibung in Gedichtform; hinter der Oberfläche des Dinggedichts befindet sich in der Regel immer noch eine zweite, wichtigere Aussageebene -> Rilke, Das Karussell.
Elegie
Gedichtform zum Ausdruck von Trauer und Liebe.
Lied
Einfache, strophische Gliederung, häufig allgemein gültiger Charakter, Mensch in seiner Wechselbeziehung zur Natur.
Romanze
Wunderbare Ereignisse oder Liebesgeschichten als kurze Verserzählung in gedrängter Form, unmittelbar gemüt- und phantasieeregende Form.
Sonett
Gedichtform, 2 Quartette (2 Strophen ? 4 Verse) und 2 Terzette (2 Strophen ? 3 Verse); äußerst strenge Form; 5-füßige -> Jamben (meistens mit Zäsur nach der 5. Silbe) -> Alexandriner; Reimschema: abba abba cdc dcd (=> umarmender Reim); Quartette: Aufgesang - Thematik an Beispielen aufgezeigt, häufig kontrastiv (=> Zäsur); Terzette: Abgesang - gedankliches Resumé.
Allegorie
Verbildlichung eines abstrakten Begriffes, tritt oft als => Personifikation auf -> Justitia mit Augenbinde, Waage und Schwert.
Chiffre
Verkürztes =>Symbol, das nur aus dem Gesamtzusammenhang erschlossen werden kan -> Stadt = Hoffnungslosigkeit in der expressionistischen Lyrik.
Hyperbel
Übertreibung, entweder extrem vergrößernd oder verkleinernd -> Balken im Auge, blitzsnell.
Metapher
Bildlicher Ausdruck, in dem Vergleich und Vergleichenes gleichgezetzt werden -> Achill ist ein Löwe => Vergleich.
Personifikation
Darstellung von etwas Unpersönlichem unter dem Bild einer menschlichen Person -> Mutter Natur, der Glaube besiegt die Furcht => Allegorie
Symbol
Zeichen oder Vorgang der auf etwas anderes verweist -> Fahne, Kreuz, Abendmahl.
Synekdoche
Engerer Begriff statt des umfassenderen -> edel sei der Mensch = alle Menschen, Dach = Haus, Schiff = Segel, vgl. pars pro toto (ein Teil steht für das Ganze).
Vergleich
Zwei Dingen werden in einem gemeinsamen Vergleichspunkt, dem tertium comparationis, verglichen -> Achill kämpfte wie ein Löwe, der Vergleichscharakter wird durch das wie deutlich hervorgehoben => Metapher.
Anakoluth
Folgewidrigkeit im grammatikalischen Satzbau, Satzkonstruktion wird nicht durchgehalten -> starke Emotion.
Asyndeton
Reihe gleichgeordneter Wörter, Satzteile oder Sätze ohne verbindende Konjunktion -> alles rennt, rettet, flüchtet => Parallelismus.
Chiasmus
Überkreuzung -> Die Kunst ist lang und kurz ist unser Leben -> häufig Hervorhebung des Gegensatzes.
Enjambement
Zeilensprung, der Satz/Satzteil geht über das Zeilenende hinaus.
Hypotaxe
(Kunstvolles) Gefüge aus Hauptsatz und untergeordneten Nebensätzen -> die Hypotaxe unterstreicht die Gleichzeitigkeit mehrerer Aktionen, sie verlangsamt die Lesegeschwindigkeit und erhöht damit die Aufmerksamkeit => Parataxe => Anakoluth.
Initialstellung
Bewußte Platzierung eines Wortes am Satz- oder Versanfang. Meistes verbunden mit => Inversion.
Inversion
Umstellung der regelmäßigen Wortstellung -> Groß ist der Wille, klein das Talent -> Hervorhebung/Betonung durch Frontstellung, Einhaltung des metrischen Schemas.
Parataxe
Nebeneinanderstellung gleichwertiger Hauptsätze bzw. beigeordneter Nebensätze => Hypotaxe.
Parenthese
Satzeinschub, meistens in Klammern oder zwischen Gedankenstrichen.
Alliteration
Zwei oder mehr Wörter fangen mit demselben Laut an -> mit Mann und Maus => Anapher.
Anapher
Wierderholung des gleichen Wortes an Vers- oder Satzanfängen => Alliteration.
Antiklimax
Abfallende Steigerung -> Doktoren, Magister, Schreiber und Pfaffen => Klimax.
Antonym
Wort mit gegensätzlicher Bedeutung => Synonym.
Elision
Auslassen eines unbetonten Vokals, häufig um das metrische Schema einzuhalten.
Euphemismus
Beschönigender Ausdruck -> verschlanken statt kürzen, antifaschistischer Schutzwall für die Mauer.
Klimax
Steigerung -> Bauern, Bürger und der Adel => Antiklimax.
Montage
Ineinanderverschieben sprachlicher Elemente aus verschiedenen Sprach-/Inhaltsebenen -> Bachmann, Reklame.
Onomatopoesie
Lautmalerei, Wortschöpfung zum Zweck der Klangmalerei -> Gruselett von Ch. Morgenstern: Der Flügelflagel gaustert / durchs Wiruwaruwolz, / die rote Fingur plaustert, / und grausig gutzt der Golz.
Häufige Verwendung in der Lyrik des Expressionismus.
Oxymoron
Verbindung scheinbar sich ausschließender Begriffe -> helldunkel, beredtes Schweigen, alter Knabe.
Paradoxon
Scheinbar Widersinnige Behauptung -> und immer süßer tut es weh.
Pleonasmus
Übertriebene, unnütze Anhäufung von Wörtern mit gleicher/ähnlicher Bedeutung => Tautologie.
Polysyndeton
Wiederholung desselben Wortes innerhalb desselben Satzes, auch in flektierten Formen -> und es wallet und siedet und zischet.
Repetitio = Wiederholung
Synästhesie
Ansprechen von mehreren Sinnenorganen zugleich -> schreiendes Rot, helle und dunkle Töne.
Tautologie
Derselbe Sachverhalt wird mit mehreren Wörtern mit gleicher/ähnlicher Bedeutung beschrieben -> er dreht und wendet sich => Pleonasmus.
Verbalstil
Verwendung vieler Verben (v.a. dynamische Aktionsverben).
Zäsur
Einschnitt im Vers, häufig Versmitte -> Was dieser heute baut / reißt jener morgen ein (Gryphius, Es ist alles eitel) => Sonett.
Das "Ich" im Gedicht, das sich als der "Dichter" ausgibt. Das lyrische Ich und der Verfasser sind zu trennen. Hesse schrieb sein Gedicht "Wannderer im Schnee" zwischen 1919 und 1928, er selber wurde 1877 geboren und starb 1962.
Rhythmus
Im Vers - Spannung zwischen Metrum und natürlicher, inhaltlicher Akzentuierung.
Freie Rhythmen
Reimlose Versfolgen, ohne metrisches Schema.
Jambus
2-silbiger Versfuß, steigend, xX
Trochäus
2-füßiger Versfuß, fallend, Xx
Anapäst
3-silbiger Versfuß, steigend, xxX
Daktylus
3-silbiger Versfuß, fallend, Xxx
Alexandriner
6-hebiger -> Jambus mit ? Zäsur in der Mitte -> Sonett, x X x X x X / x X x X x X
Auftakt
Eine oder mehrere unbetonte Silben vor der ersten Hebung, x | X x | X x oder x | x X | x X
Kadenz
Metrische Form des Versausgangs
betont = männlich, unbetont = weiblich -> männlicher Reim, -> weiblicher Reim
Unreiner Reim
Nur ungefähr Gleichklang, häufig dialektbedingt -> ach neige, du Schmerzensreiche
Assonanz
vokalischer Halbreim -> Unterpfand - wunderbar
Identischer Reim
Reim mit demselben Wort -> Liebe ... Liebe
Schüttelreim
Reimspiel mit den Wortbedeutungen, Vertauschung der Anfangskonsonanten -> Fink und Star - stink und fahr
Paarreim
aabb ...
Kreuzreim
abab
Umarmender Reim = umsließender Reim
abba
Verschränkter Reim
abc abc oder abc bac
Binnenreim
Meistens Reim von Versmitte zu Versende -> bei stiller Nacht, zur ersten Wacht
Männlicher Reim
Einsilbig mit Hebung -> Not ... Brot => Kadenz
Weiblicher Reim
Zweisilbig mit Hebung auf der vorletzten Silbe -> sagen - klagen => Kadenz
Waise
Vers, der sich nicht in das Reimschema einbinden lässt, das heißt im Gegensatz zu den anderen Versen keinen Reim hat.
Ballade
Handlungsreiches, vielfach dämonisch-spukhaftes und meist tragisches Geschehen aus Geschichte, Sage oder Mythos. Mensch im Spiel übersinnlicher Mächte -> Erlkönig, Geister am Mummelsee.
Dinggedicht
Unpersönliche, episch-'objektive' Beschreibung in Gedichtform; hinter der Oberfläche des Dinggedichts befindet sich in der Regel immer noch eine zweite, wichtigere Aussageebene -> Rilke, Das Karussell.
Elegie
Gedichtform zum Ausdruck von Trauer und Liebe.
Lied
Einfache, strophische Gliederung, häufig allgemein gültiger Charakter, Mensch in seiner Wechselbeziehung zur Natur.
Romanze
Wunderbare Ereignisse oder Liebesgeschichten als kurze Verserzählung in gedrängter Form, unmittelbar gemüt- und phantasieeregende Form.
Sonett
Gedichtform, 2 Quartette (2 Strophen ? 4 Verse) und 2 Terzette (2 Strophen ? 3 Verse); äußerst strenge Form; 5-füßige -> Jamben (meistens mit Zäsur nach der 5. Silbe) -> Alexandriner; Reimschema: abba abba cdc dcd (=> umarmender Reim); Quartette: Aufgesang - Thematik an Beispielen aufgezeigt, häufig kontrastiv (=> Zäsur); Terzette: Abgesang - gedankliches Resumé.
Allegorie
Verbildlichung eines abstrakten Begriffes, tritt oft als => Personifikation auf -> Justitia mit Augenbinde, Waage und Schwert.
Chiffre
Verkürztes =>Symbol, das nur aus dem Gesamtzusammenhang erschlossen werden kan -> Stadt = Hoffnungslosigkeit in der expressionistischen Lyrik.
Hyperbel
Übertreibung, entweder extrem vergrößernd oder verkleinernd -> Balken im Auge, blitzsnell.
Metapher
Bildlicher Ausdruck, in dem Vergleich und Vergleichenes gleichgezetzt werden -> Achill ist ein Löwe => Vergleich.
Personifikation
Darstellung von etwas Unpersönlichem unter dem Bild einer menschlichen Person -> Mutter Natur, der Glaube besiegt die Furcht => Allegorie
Symbol
Zeichen oder Vorgang der auf etwas anderes verweist -> Fahne, Kreuz, Abendmahl.
Synekdoche
Engerer Begriff statt des umfassenderen -> edel sei der Mensch = alle Menschen, Dach = Haus, Schiff = Segel, vgl. pars pro toto (ein Teil steht für das Ganze).
Vergleich
Zwei Dingen werden in einem gemeinsamen Vergleichspunkt, dem tertium comparationis, verglichen -> Achill kämpfte wie ein Löwe, der Vergleichscharakter wird durch das wie deutlich hervorgehoben => Metapher.
Anakoluth
Folgewidrigkeit im grammatikalischen Satzbau, Satzkonstruktion wird nicht durchgehalten -> starke Emotion.
Asyndeton
Reihe gleichgeordneter Wörter, Satzteile oder Sätze ohne verbindende Konjunktion -> alles rennt, rettet, flüchtet => Parallelismus.
Chiasmus
Überkreuzung -> Die Kunst ist lang und kurz ist unser Leben -> häufig Hervorhebung des Gegensatzes.
Enjambement
Zeilensprung, der Satz/Satzteil geht über das Zeilenende hinaus.
Hypotaxe
(Kunstvolles) Gefüge aus Hauptsatz und untergeordneten Nebensätzen -> die Hypotaxe unterstreicht die Gleichzeitigkeit mehrerer Aktionen, sie verlangsamt die Lesegeschwindigkeit und erhöht damit die Aufmerksamkeit => Parataxe => Anakoluth.
Initialstellung
Bewußte Platzierung eines Wortes am Satz- oder Versanfang. Meistes verbunden mit => Inversion.
Inversion
Umstellung der regelmäßigen Wortstellung -> Groß ist der Wille, klein das Talent -> Hervorhebung/Betonung durch Frontstellung, Einhaltung des metrischen Schemas.
Parataxe
Nebeneinanderstellung gleichwertiger Hauptsätze bzw. beigeordneter Nebensätze => Hypotaxe.
Parenthese
Satzeinschub, meistens in Klammern oder zwischen Gedankenstrichen.
Alliteration
Zwei oder mehr Wörter fangen mit demselben Laut an -> mit Mann und Maus => Anapher.
Anapher
Wierderholung des gleichen Wortes an Vers- oder Satzanfängen => Alliteration.
Antiklimax
Abfallende Steigerung -> Doktoren, Magister, Schreiber und Pfaffen => Klimax.
Antonym
Wort mit gegensätzlicher Bedeutung => Synonym.
Elision
Auslassen eines unbetonten Vokals, häufig um das metrische Schema einzuhalten.
Euphemismus
Beschönigender Ausdruck -> verschlanken statt kürzen, antifaschistischer Schutzwall für die Mauer.
Klimax
Steigerung -> Bauern, Bürger und der Adel => Antiklimax.
Montage
Ineinanderverschieben sprachlicher Elemente aus verschiedenen Sprach-/Inhaltsebenen -> Bachmann, Reklame.
Onomatopoesie
Lautmalerei, Wortschöpfung zum Zweck der Klangmalerei -> Gruselett von Ch. Morgenstern: Der Flügelflagel gaustert / durchs Wiruwaruwolz, / die rote Fingur plaustert, / und grausig gutzt der Golz.
Häufige Verwendung in der Lyrik des Expressionismus.
Oxymoron
Verbindung scheinbar sich ausschließender Begriffe -> helldunkel, beredtes Schweigen, alter Knabe.
Paradoxon
Scheinbar Widersinnige Behauptung -> und immer süßer tut es weh.
Pleonasmus
Übertriebene, unnütze Anhäufung von Wörtern mit gleicher/ähnlicher Bedeutung => Tautologie.
Polysyndeton
Wiederholung desselben Wortes innerhalb desselben Satzes, auch in flektierten Formen -> und es wallet und siedet und zischet.
Repetitio = Wiederholung
Synästhesie
Ansprechen von mehreren Sinnenorganen zugleich -> schreiendes Rot, helle und dunkle Töne.
Tautologie
Derselbe Sachverhalt wird mit mehreren Wörtern mit gleicher/ähnlicher Bedeutung beschrieben -> er dreht und wendet sich => Pleonasmus.
Verbalstil
Verwendung vieler Verben (v.a. dynamische Aktionsverben).
Zäsur
Einschnitt im Vers, häufig Versmitte -> Was dieser heute baut / reißt jener morgen ein (Gryphius, Es ist alles eitel) => Sonett.




